(K)Ein unerwarteter Abschied
Ein Jahr ist es nun her, als unsere Wohnung beim Abendessen von einer Greiftruppe der Polizei gestürmt wurde.
“Ihr habt 10 Minuten Zeit, packt eure Sachen! Es geht los! Der Flieger wartet!”
Ein Jahr ist es nun her, als ich den Anruf von meinem Vater erhielt. “Hassan, Sie sind da. Sie holen uns!”
Ich stand mitten im Abi-Stress und habe mich bei einem Freund auf eine Klausur vorbereitet.
Ich hatte Glück und erreichte unsere Wohnung kurz bevor die Deportation meiner Familie los ging.
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Große Enttäuschung
Ich, Lara Ahmad, bin 19 Jahre und besuche das Berufliche Gymnasium. Ich
bin seit 1997 mit meinen Eltern und fünf Geschwistern in Deutschland
und lebe in Chemnitz. Doch unser Aufenthaltstatus ist bis jetzt
ungeklärt (Duldung). Im November 2006 beschloss die
Innenministerkonferenz ein Bleiberecht für langzeitig geduldete
Ausländer, wie meine Familie. Bedingungen sind unter anderem: Ein
Aufenthalt von mehr als sechs Jahren für Familien und dass man über
einen gültigen Pass verfügen muss. Personen im erwerbsfähigen Alter
müssen eine Arbeit nachweisen. Doch mein Vater verfügt über keinen Pass
und auch bei der Arbeit gibt es Probleme: Er hatte bereits mehrere
Arbeitsangebote, die die Ausländerbehörde aber nicht genehmigte.
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Deutschland und die Kinderflüchtlinge
Momentan sind ca. 50
Millionen Menschen auf der ganzen Welt auf der Flucht. Über die Hälfte
von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen fliehen mit
ihrer Familie aber viele fliehen auch alleine. In Deutschland leben ca.
6000 bis 10000 minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern. Sie fliehen vor
Kriegen, Folter, Verfolgung, Hunger, Beschneidung, Zwangsehen und aus
vielen anderen Gründen. Der Weg den sie zurücklegen ist psychisch
anstrengen und gefährlich. Die meisten sind krank und traumatisiert
wenn sie in Deutschland ankommen. Deshalb ist diese Gruppe von
Flüchtlingen besonders schutzbedürftig und sollte gezielt Unterstützung
vom Jugendamt erhalten. Tatsächlich werden jugendliche Asylbewerber ab
16 Jahre als voll handlungsfähig behandelt.
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Mit der Duldung ist es unsicher
Ich heiße Amer Zebari und bin 1989 in Badrya
(Nord-Irak) geboren. Ich lebte mit meinen Großeltern und meinem kleinen
Bruder in einem kurdischen Dorf als Schafhirte, meine Eltern leben
nicht mehr. Als ich 14 Jahre alt war, kurz vor dem Ausbruch des
Krieges, sollte ich in Saddams so genannte Jugendarmee aufgenommen
werden. Mein Großvater wollte das nicht, darum hat er mich nach
Deutschland geschickt. Ich kam 2003 nach Lübeck in eine Asylunterkunft.
Ich fühlte mich so allein in der Kaserne zwischen all den Erwachsenen.
In dem Zimmer waren wir sieben.
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Das neue Zuwanderungsrecht: Ungerecht und Diskriminierend
Gleichzeitig mit der neuen Bleiberechtsregelung wird das
Zuwanderungsgesetz massiv verschärft. Dies bedeutet zum Beispiel, dass
beim Nachzug eines Ehepartners vorher die deutsche Sprache erlernt
werden muss. Das ist in den meisten Fällen nicht möglich. Die
Sprachschulen in den Herkunftsländern sind für viele zu teuer und
schwer erreichbar, da sie sich nur in großen Städten befinden. Wir
finden es gegenüber den Menschen ungerecht und diskriminierend die
nicht die Möglichkeit hatten eine Schule zu besuchen, weil sie Frauen
sind, einer Minderheit angehören, zu arm sind oder zu weit auf dem Land
leben. Auch diese Menschen haben ein Recht auf Familie.
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Appell an die Politikerinnen und Politiker der Bundesrepublik Deutschland
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Bleiberecht war und ist überfällig und lange angemahnt. Nachdem
schon das Bleiberecht der Innenminister gescheitert ist, droht nun das
gleiche bei dem Bundesgesetz das im Juni 2007 beschlossen werden soll.
Deshalb fordern wir von Ihnen, den Appell von „Jugendliche Ohne Grenzen“ endlich vollständig umzusetzen:
HIER GEBLIEBEN!
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Rechtlosigkeit im demokratischen Deutschland
Fast 20 Millionen Menschen befinden sich gegenwärtig auf der Flucht vor
Hunger, Krieg und Bürgerkriegen. Damit ist das Flüchtlingsproblem zu
einer großen Herausforderung unsere Zeit geworden. Nur 20 % der
Flüchtlinge erreichen Europa oft unter tödlichen Gefahren.
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Wirksamen Schutz und ein umfassendes Bleiberecht für Flüchtlinge
Demonstration und Kundgebung | 2. Dezember 2009 | Auftaktkundgebung 17:00Uhr
Ort: Bürgerweide (Nordausgang Hauptbahnhof) | Abschlusskundgebung 18h30 Ort: Domshof
Vom 2. bis zum 4. Dezember tagen die Innenminister der Bundesländer unter Vorsitz des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer (SPD).
Vor
drei Jahren wurde auf der Innenministerkonferenz in Nürnberg nach
jahrelangem öffentlichen Druck eine Bleiberechtsregelung beschlossen,
die für einen Teil der langjährig Geduldeten ein Bleiberecht
ermöglichen sollte. Ihr folgte im August 2007 eine gesetzliche
Altfallregelung. Beide Regelungen legen einen Einreisestichtag fest,
der einen sechs- beziehungsweise achtjährigen Aufenthalt vorsah.
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