Nicht ohne unsere Eltern! Jugendliche Ohne Grenzen:
19.11.2010 18:59 von sara
Bleiberecht für Jugendliche ein Anfang, aber nicht genug. Wir sind Menschen, keine Wirtschaftsfaktoren!
JOG – Pressemitteilung vom 19.11.2010
Nicht ohne unsere Eltern!
Jugendliche Ohne Grenzen: Bleiberecht für Jugendliche ein Anfang, aber nicht
genug. Wir sind Menschen, keine Wirtschaftsfaktoren!
Jugendliche Ohne Grenzen (JOG) begrüßt, dass die IMK in Hamburg eine
Bleiberechtsregelung beschlossen hat, allerdings ist jetzt schon absehbar, dass die neue
Regelung wieder nur eine halbgare Lösung sein wird und nur für einen kleinen Teil der
Flüchtlinge ein Bleiberecht bedeutet. „Dass sich für die hier lebenden Jugendlichen eine
Perspektive bietet, war längst überfällig“, erklärte Arzijana Abdulahi von JOG,
„aber eines ist auch ganz klar: Wir werden nicht akzeptieren, dass nur wir Jugendliche
Bleiberecht bekommen, aber unsere Eltern abgeschoben werden sollen. Wir sind Menschen
und keine Wirtschaftsfaktoren!“ Auch für alte oder kranke Menschen, die nicht für ihren
Lebensunterhalt sorgen können, muss es eine Perspektive hier in Deutschland geben.
Es ist geradezu absurd, dass die Innenminister große Reden von Integrationsanforderungen
schwingen, dabei sind sie gleichzeitig dafür verantwortlich, dass wir jahrelang aus dieser
Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Leben im Lager, Ausbildungsverbote, Residenzpflicht und
viele andere rassistische Sonderregelungen – das ist der Alltag von Flüchtlingen in
Deutschland. Nicht „Integration“ im Sinne von wirtschaftlicher Nützlichkeit, sondern gleiche
Rechte sind die Lösung.
Gestern hat JOG im Rahmen einer großen Gala Bundesinnenminister Thomas de Maizière
zum Abschiebeminister 2010 gewählt und ihm den Preis, einen gepackten Koffer mit den
Forderungen von JOG, übergeben. „Wir würden lieber einen Preis für den ‚besten
Innenminister’ vergeben. Wenn sich Herr de Maizière anstrengt und dem Bundestag ein
echtes Bleiberecht für alle vorlegt, kommen wir gerne wieder und werden das honorieren“
so Arzijana Abdulahi abschließend in Hamburg.
Interviews mit jungen Flüchtlingen sowie den Initiativen vermitteln wir gerne.
Herzliche Grüße,
Newroz Duman (Jugendliche Ohne Grenzen – Hessen), Mohammed Jouni (JOG Berlin-
Brandenburg), Tobias Klaus (Jugendliche Ohne Grenzen – Bayern)


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